Tiere erzählen
Kinderbuch
by
Smashwords Edition
*****
Copyright 2012 Annette Paul
Smashwords Edition, License Notes
This ebook is licensed for your personal enjoyment only. This ebook may not be re-sold or given away to other people. If you would like to share this book with another person, please purchase an additional copy for each recipient. If you’re reading this book and did not purchase it, or it was not purchased for your use only, then please return to Smashwords.com and purchase your own copy. Thank you for respecting the hard work of this author.
Vielen Dank, dass Sie dieses E-Book erworben haben. Diese Ausgabe unterliegt dem Urheberrecht und darf nicht an Dritte verkauft oder anderweitig kommerziell genutzt werden.
Kater Felix macht einen Ausflug
„Musst du blödes Vieh so einen Lärm machen?", schreit das Mädchen mich an. Dabei laufe ich doch nur etwas herum. Viel Platz ist hier nicht. Also muss ich meinen Laufdrang in diesem dämlichen Rad abarbeiten. Lieber würde ich daheim in der Wüste herumrennen. Dabei kenne ich sie gar nicht. Ich bin nämlich hier geboren. Und blöd bin ich schon gar nicht. Ich habe mich schließlich nicht in diesem kleinen Käfig eingesperrt.
Das Mädchen zerrt an dem Käfig. Vorsichtshalber flüchte ich in meine Höhle. Ängstlich spähe ich hinaus. Sie zieht den Käfig aus ihrem Zimmer hinaus. Jetzt stehe ich in einem Raum ohne Fenster, aber mit ganz vielen Türen. Das Mädchen verschwindet wieder und bald darauf ist es ruhig. Trotzdem warte ich noch eine Weile, bis ich mich hinaustraue. Misstrauisch schaue ich mich um. Erst als alles ruhig bleibt, steige ich wieder in das Rad und laufe noch ein paar Kilometer. Ich will schließlich meine schlanke Linie behalten. Irgendwann, die Nacht muss schon vorbei sein, werde ich müde und verkrieche mich in meine Höhle.
Noch im Halbschlaf höre ich Schritte. Dann scheppert es und der ganze Käfig wackelt. Vor Schreck falle ich fast in Ohnmacht. Eine Männerstimme schimpft. „Wer stellt den Käfig einfach in den Weg? Marie!"
Er reißt die Tür auf und das Mädchen sagt etwas. Es klingt recht mürrisch. Eine Weile reden sie miteinander. Schließlich zerrt es den Käfig wieder in das Zimmer zurück. Jetzt ist es überall laut und hektisch. Ich komme gar nicht zum Schlafen. Diese Menschen laufen hin und her und unterhalten sich lautstark. Dabei nehmen sie überhaupt keine Rücksicht auf mich. Irgendwo spielt Musik. Immer sind sie laut. Haben sie denn keine Angst, entdeckt zu werden? Endlich kehrt Ruhe ein. Ich fresse noch ein Stückchen Apfel. Dann verkrieche ich mich in die Höhle und baue mir ein gemütliches Nest. Bald darauf schlafe ich tief ein.
Jemand wühlt in meinem Nest herum. Erschrocken fahre ich zusammen und bleibe still liegen. Hoffentlich denkt er, ich bin tot und frisst mich nicht. Oh Schreck, jetzt greift er auch noch nach mir und hebt mich hoch. Ich blinzle vorsichtig. Es ist dieses fremde Mädchen, das so bedrohlich dicht an meinem Nest wohnt. Aber ich kann mir kein anderes Quartier aussuchen. Ich habe es schon probiert, doch der Käfig ist so schrecklich klein und hat für mich keinen Ausgang. Und wenn ich mich noch so klein mache, passe ich nicht zwischen die Gitterstäbe hindurch. Diese Stäbe sind so stabil, dass ich sie nicht zerbeißen kann. Das habe ich auch schon versucht.
Bedrohlich nähert sich der Mund, jetzt zeigt das Mädchen ihre Zähne. Gleich frisst sie mich! Zum Glück berühren nur ihre Lippen meinen Kopf. Vor Schreck pinkle ich los. Das Mädchen schreit laut, so dass meine Ohren weh tun, dann setzt sie mich unsanft ab. Bevor sie erneut zugreifen kann, renne ich um mein Leben und verschwinde hinter dem Schrank. Er ist so niedrig, dass sie sicher nicht hinterherkann.
Erst einmal redet sie ganz laut. Es klingt böse. Dann kommt die große Frau herein und redet auf sie ein. Schließlich beruhigt sich das Mädchen. Sie läuft weg, dann höre ich in der Ferne Wasser rauschen. Schließlich kommt sie zurück. Sie schaut unter den Schrank. Ich ducke mich in der hintersten Ecke hinter einem Schrankbein. Sie sieht mich nicht. Erleichtert atme ich auf.