Excerpt for Oh Buddha Wege durch ein Land des Lächelns und durch ein Land hinter der Zeit by Romy Heck, available in its entirety at Smashwords

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Oh Buddha

Wege durch ein Land des Lächelns und durch ein Land hinter der Zeit

Romy Heck

Published by Romy Heck at Smashwords

Copyright 2010 Romy Heck

Smashwords Edition, License Notes

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Kapitel Liste

Prolog

Kapitel 1 - Thailand – Myanmar – Thailand 2010 /2011

Kapitel 2 - Sukhothai

Kapitel 3 - Chiang Mai

Kapitel 4 - Myanmar

Kapitel 5 - Mandalay

Kapitel 6 - Amarapura

Kapitel 7 - Bagan

Kapitel 8 - Heho

Kapitel 9 - Yangon

Kapitel 10 - Bangkok

Autorin:

Prolog

Wie immer, fängt auch die längste Reise mit einem ersten Schritt an.

Wie lang der Weg ist, den man zurückzulegen hat, weiss man beim ersten Schritt in ein neues Abenteuer noch nicht. Führt dieser Weg auch über Flüsse, Berge, hunderte von Stufen, durch unzählige Heiligtümer, tropische Urwälder, zu den sanften grauen Riesen, durch staubige Ebenen, in ein Land, welches von der Zeit vergessen wurde, durch tausende liebevolle Lächeln und mitten durch die aufregendsten Gerüche der Welt – eins ist sicher: der Weg ist das Ziel.

Was als ein einfacher Urlaub begann, wurde zu einer Zeitreise in die Gegenwart eines noch immer unfreien Volkes, welches wie in vergangenen Zeiten lebt. Myanmar.

Aber auch Thailand, und vor allem Bangkok, der Moloch den man nur lieben oder hassen kann, verzaubern mich jedesmal aufs Neue. Denn ich gestehe, ich bin der grossen Stadt völlig verfallen. Jeder neue Besuch verspricht Überraschungen, und hält sie auch. Es sind auch hier die Menschen, die den Zauber des Landes ausmachen.

Ich bin vom LOS Fieber ergriffen und das Virus hat sich festgesetzt. LOS, the Land of Smile, macht seinem Namen alle Ehre.

Begleitet mich, lasst Euch anstecken und werdet unheilbar – schöner kann man garnicht leiden.

Kapitel Liste

Kapitel 1 - Thailand – Myanmar – Thailand 2010 /2011

Thailand – Myanmar – Thailand 2010 /2011

Der komplette Name von Bangkok ist:

Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit.

Stadt der Engel, große Stadt, Residenz des heiligen Juwels Indra, uneinnehmbare Stadt des Gottes, große Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen königlichen Palästen, die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishnukarm gebaut wurde.

Somit ist dies der längste Städtename der Welt!

Während Bangkok zur international gebräuchlichen Bezeichnung wurde, verwenden Thailänder gewöhnlich die Kurzform Krung Thep („Stadt der Engel“). Die offizielle Bezeichnung, beispielsweise auf Autokennzeichen, lautet Krung Thep Maha Nakhon.

Bangkok hat mahr als sieben Millionen Einwohner.

Damit sich aber niemand einen Knoten in die Zunge zaubert, bleibe ich der Einfachheit halber bei dem allseits bekannten Namen BANGKOK.

Dezember 2010 / Januar 2011

Es geht mal wieder los. Wir schreiben Anfang Dezember 2010. Mein Gepäck wird mit der Air Berlin problemlos von Alicante über Palma de Mallorca und Düsseldorf nach Bangkok durchgecheckt - und es kommt sogar an, Wahnsinn!!!

Meine Hoffnung, einmal im Leben 2 Sitzplätze für mich alleine zu haben, zerplatzt wie eine schmierige Seifenblase, der Vogel ist voll wie ein Ei.

Diesmal reise ich ganz alleine, zum ersten Mal, und ich weiss nun noch nicht, dass ich Neues über mich selber erfahren werde.

Mein Zimmer im Riverview Guesthaus in Bangkok ist gross und geräumig, aber so ein Stil, halt alle Rohre und Kabel über Putz verlegt und die Decke roher Beton. Gewöhnungsbedürftig.

In den Fluren sieht man sehr gut, dass die Renovierungsarbeiten noch nicht allzu lange her sind, denn überall steht noch Gerät rum. Auf meinem Flur liegt ein ziemlich grosses und scharfes Hackebeil.........also, des nachts öffne ich niemandem die Tür!! Aber von der Restiterasse oben hat man eine atemberaubende Sicht über den Fluss und die Stadt.

Das Guest House ist sehr schwierig zu finden. Trotz einer gedruckten Wegbeschreibung auf thai war mein Taxifahrer vom Airport kurz vor dem verzweifeln und ich dachte schon, er wolle den Zettel auffressen. Zum Ende hat er mich ziemlich nahe herangebracht, aber die letzten Meter durch eine superenge Gasse musste ich laufen. Zum Glück hat meine Tasche Rollen.

Das Viertel, in dem ich wohne, ist ziemlich skuril. An jeder, aber wirklich jeder Ecke liegen 2-3m hohe Berge aus Schrott und Motoren aller Art, Radkappen,bergeweise Stossstangen und Reifen. Ich habe mein Lebtag noch nicht so viele Ersatzteile und Zeuge auf so wenig Raum gesehen (vielleicht noch im Mekongdelta, da gab es auch so ein Viertel). Dazwischen sitzen schwarz verschmierte Männer und werkeln herum. Es ist mir ein Rätsel, was mit all dem Metall geschehen soll, denn man sieht, dass die untere Schicht schon rostig ist und lange dort liegt. WER will das alles haben????? Als Kontrastprogramm hängen zwischen all den schwarzen Haufen lackierte Bambuskäfige mit exotischen Vögeln. Die singen und pfeifen, dass es eine Freude ist. Wenn ich einen anpfeife, pfeift er zurück...lieb.

Nachdem ich nach dem anstrengenden elfstündigen Flug eine Runde geschlafen und geduscht hatte, suche ich den Bootsanleger und nehme das Ferryboat den Chao Praya Fluss hinunter zum Saphan Taksin Pier.

Auf dem Boot stelle ich fest, dass ich die ganze Zeit mit offener Hose durchs Viertel gelaufen bin. Na ja, man muss sich ja bekannt machen, gell???

Ich mache mich auf den Weg zum Shoppingparadies. Alle Glaspaläste strahlen in weihnachtlichem Glanz und wohin das Auge auch blickt, überall findet sich überdimensionale Weihnachtsdekoration.

Vor meinem Lieblingskaufhaus, dem MBK, steht neben einem grossen Tannenbaum ein super Luxus Strech - Tuk Tuk und Weihnachtsmänner aus Plastik klettern an der glänzende Fassade hinauf.

In der Rambuttri Road gönne ich mir ein leckeres Pad Thai, ein Nudelgericht aus dem Wok, auf der Strasse schnell, frisch und preiswert gebraten, einen frisch gepressten Obstsaft und einen Banana Pancake, das baut meinen müden Körper wieder auf. Na gut, das eiskalte Singha Bier macht ihn aber auch gleich wieder bettschwer!

Vor einigen Tagen, am 05 Dezember (geb. 1927), war ja König Bhumibol Adulyadej´s Geburtstag. Er wurde am 09 Juni 1946 der König von Thailand und ist somit Heutzutage der am längsten regierende Monarch der Welt.

Am Democracy Monument sind zu diesem Anlass kilometerlang alle Bäume und Büsche mit Millionen kleiner Lämpchen geschmückt. Es sieht zauberhaft aus , wie in einem Märchenland. Dazwischen überlebensgrosse Fotos von her Majesty in allen Lebensaltern. Finde ich süss! Ich habe meine Kamera NICHT dabei und das ist sehr untypisch für mich...... Das wird mir auch bestimmt nicht nochmal passieren!! So, da muss ich dann morgen abend nocheinmal hin!

Ich nehme ein Taxi zum Hotel, immer mit einem Detailplan bewaffnet. Aber der Kerl ist ein bissel blöd, verfährt sich und wirft mich buchstäblich in Chinatown aus dem Taxi. Dabei wollte er erst über den gebührenpflichtigen Tollway fahren.....man kann´s ja mal versuchen!! Ich steige auf ein Mopedtaxi um, welches auch den Weg in mein Viertel findet, allerdings mit einem Umweg.

Mopedtaxis können wegen der riskanten Fahrweise gefährlich sein, aber sie sind auch unschlagbar praktisch.

Ich muss morgen erstmal die Strasse finden, wo die Taxis abfahren und dann ist es angeraten, einen anderen Weg aus dem Gassenwirrwar zu suchen.

Morgen muss ich früh zur burmesischen Botschaft um mein Visum zu beantragen. Also heisst es früh aufstehen....

Abends stehen in den Gassen nahe des Guesthouses einige Essenstände, aber wenn die recht früh zumachen, dann sind die Gassen menschenleer und es mutet ein wenig seltsam an.

Am nächsten Morgen freue ich mich auf das Frühstücksbuffet auf der Terasse ganz oben.

Aber Buffet war noch nicht, ich war auch der einzige Gast. Kaffee war heiss, aber Eier und Toast kalt.....aber die Sicht über die Stadt, den Fluss und die Tempel war sowas von toll....und die ganze Terasse für mich alleine.

Ich finde die Strasse beim Pier, wo man ein Taxi erhaschen kann und möchte zur burmese Embassy chauffiert werden. Der gute Mann bringt mich zack zack zur vietnamese Embassy. Hört sich ja ähnlich an. Same same but diferent! Das sind wichtige und oft benutzte Worte in Thailand! Also noch ein Stückel weiter bis zur richtigen. Wenn das so weitergeht, mache ich noch meine BKK Taxilizenz im Urlaub. Auf den ersten Blick sieht alles gut aus, geöffnet von 09.00 - 12.00, es ist erst 20 vor. Auf den zweiten Blick weniger gut, denn es ist burmesischer Nationalfeiertag und die Botschaft ist geschlossen. Heute ist Freitag, also muss ich am Montag wieder herkommen und hoffen, dass ich das Visum am Dienstag im Pass habe, denn am Mittwoch fliege ich nach Sukhothai.

Na jut, dann geh ich erstmal nen Kaffee trinken. Mit dem Skytrain, der sauberen und sehr schnellen, aber auch sehr unterkühlten Hochbahn (von Siemens gebaut) wieder zum Fluss und mit dem nächsten Wassertaxi-Boot bis zur Memorial Bridge, rüberschlendern und rein ins Wat Prayun Wongsawat. Wat bedeutet “Tempel” und ich mag diesen Schildkrötentempel sehr, bin jedesmal wie verzaubert. Also gleich einen Teller Bananenscheiben kaufen und die 30 Jahre alten Kröten füttern, die sind immer hungrig. Im Tempel sind nur noch 3 Thaifamilien mit ihren Kindern, es ist himmlisch entspannend. Ich verliere mich in den vielen Details, den Felsennischen mit kleinen Schreinen, Tempelchen und Figürchen.

Ungern verlasse ich den Feentempel und mache mich auf den Weg zum Wat Arun, dem Tempel der Morgenröte. Das ist zwar noch ein ganzes Stück, aber das macht nix. Ich wollte auch unbedingt wieder durch die kleinen engen Gassen wie beim letzten Mal laufen........hab ich auch gemacht, allerdings durch gänzlich andere als geplant.

Aber irgendwo kommt man ja immer aus. Ich besuche ein Wat, wo ein Fussabdruck Buddhas zu bestaunen ist und lasse eine grosse Glücksglocke klingen. Das soll mir für meine Tage mi Nachbarland Myanmar Glück bringen. Vor dem Eingang werden kleine Leckereien verkauft. Eine alte Oma mit grossen runden Augen, kaum noch einen Zahn mi Mund, guckt so freundlich und ich beschliesse ihr was abzukaufen, egal, was sie anbietet. Es gab getoastetes Brot mit Kräutern, kleingeschnitten und in die unvermeidliche Plastetüte, frische Gurkenscheiben und Zwiebeln und süsse Sosse dazu – ganz ungewöhnlich lecker, was soll ich sagen!

Ich schlendere ein bissel am Fluss lang, wo vor den Häusern Chillischoten in der Sonne getrocknet werden und auch in Streifen geschnittenes Hühnerfleisch in der Sonne hängt. Wozu ist das gut???

Dadurch, dass das Fleisch in der Sonne getrocknet wird, spart man sich den Kühlschrank. Und wenn man es nach Wochen ins Fett legt, wird es wieder weich und so saftig als sei das Huhn gerade erst dem Nest entsprungen.

Gleich daneben hängt auch fein säuberlich geordnet die Wäsche zum trocknen. Und wieder zieht es mich in den alten chinesischen Tempel, welcher immer total verräuchert ist und der einen Klimpervorhang im Eingang hängen hat. Drinnen darf nicht fotografiert werden, aber im Hof - ist ja nicht IM Tempel - mache ich doch einige Fotos. Es gibt viele Steinfiguren von Tieren, unter anderem steht dort in ewigen Krämpfen verharrend ein Hund, dem sein Würstchen halb aus dem Auspuff hängt......das wird schnellstens abgelichtet. Wer kommt wohl auf die Idee, einen kakenden Hund in einem Tempelgarten zu verewigen???

Weiter, ich will ja zum Wat Arun. Immer schön am Fluss lang und den das hohe Wat nicht aus den Augen verlieren. Es ist so entspannend und friedlich, dass ich mich wiedermel im Gassengewirr verliere und Bekanntschaft mit einem Soldaten und einem Schmetterling mache. Über den Türen der einfachen Häuser in den teils sehr engen Gassen sind rot-goldene glückbringende Zeichen befestigt und Buddhabilder. Und wo bitte ist nun Wat Arun...??? Schon vorbei. Zum Ende finde ich den Weg und besuche erst den etwas weniger atraktiven Tempel daneben. Es ist hier sehr ruhig, denn alle gehen in den berühmten Tempel. Ich schlendere herum und stehe plötzlich vor einem langen Tisch voller Schüsseln und Platten mit leckeren Gerichten.Einige Familien lassen es sich schmecken. Ich stehe etwas abseits und betrachte die Szene, noch niemals habe ich ein Picknick in einem Tempel gesehen......Ich muss wohl hungrig aus der Wäsche geschaut haben, denn man winkt mir zu und ich werde eingeladen, mitzuessen. Sowas lasse ich mir natürlich nicht zwei mal sagen. Der Familienvater erklärt mir jedes Gericht, ob scharf oder nicht, ped oder mei ped, viel versteh ich sowieso nicht. Ich lasse es mir schmecken und werde noch mit Eiswasser verwöhnt, ein Genuss bei der Hitze. Alle sind sehr freundlich und im Rahmen des Möglichen wird ein wenig Konversation gemacht. Als gut erzogene Mitteleuropäerin frage ich dann, was ich zu zahlen habe. Fragende Blicke von der Thaifraktion.......na, was es kostet. Ahhh, sagt Vater, so um die 3.000 THB. Schluck....da macht er eine ausladende Bewegung....ah, er meint, alles zusammen. Nein, was ich zu zahlen hätte. Natürlich garnichts! Please wait, don´t go, Vater saust los und holt mir eine besonders schöne Mandarine, die er noch poliert und schenkt sie mir. Ich helfe dann halt, das schmutzige Geschirr wegzuräumen, das ist ja wohl das mindeste. Den Gesichtern nach zu urteilen, hat das wohl noch kein Farang versucht, egal. Ich mag nicht einfach nur nehmen. Farang ist ein Ausländer, und da die Thais kaum das R aussprechen können, ist man auch schon mal ein Falang. Kop Kun Kha, danke schön, ich geh dann mal. Einige Schritte weiter sitzt eine andere Familie. Sie rufen mich und wollen mich auch zum essen einladen. Was ist denn Heute nur los?? Ich muss lachen und sage danke, streiche über meinen Bauch und sage, der ist schon voll. Ich soll mich aber trotzdem hinetzen und mache ein Foto, das wir dann zusammen anschauen. Es wird gekichert und über mein woher-wohin geplaudert. Die Mutter textet mich gleich auf thai voll, aber sooo weit reicht mein thai nun auch nicht und die Tochter erklärt, Mama meine, ich sehe aus wie ihr Mann.....waaaas???? Gespielte Empörung und lautes Gelächter. Neue sprudelnde Thaiwortüberfälle......ich weiss am Ende nicht, wie sie das wohl gemeint hat. Sanuk, das ist Spass, Vergnügen und Lachen, ohne dem geht hier das Leben garnicht. Ich verabschiede mich und wieder sagt der Vater, der so aussieht wie ich - please wait, don´t go und flitzt fort. Zurück kommt er mit einer klitzekleinen Buddhafigur. Zum Andenken, damit ich mich an sie erinnere. Ich bin gerührt und ziehe meines Weges. Sooooo liebe Menschen.

Am Wat Arun kraxel ich die steile Treppe hinauf und geniesse diese wunderbare Sicht über die Stadt und den Palast auf der anderen Seite des königlichen Flusses.

Wieder runter und zum Pier, mit dem Boot auf die andere Seite zum Markt. Ich bin am verdursten, es ist so heiss. Ein leckerer lila Dragonfuitsaft - keeps your body and mind healthy, stimmt. Aber das reicht nicht und ich muss noch eine Coconutmilch und einen Mandarinensaft nachschieben. Hoffentlich muss ich nicht gleich Pipi......

Nächstes Boot zum Pier Nr 13, Phra Artit bitte, ich will zum Pai Spa, mich massieren lassen. Strecken, recken, drücken, sanft ausstreichen, ziehen,kneten....eben das volle Programm. Vom Pier aus laufe ich natürlich in die falsche Richtung, sowas passiert mir ja dauernd. Aber da der Weg ja das Ziel ist - macht nix. Dann, Hosianna, endlich angekommen, gebe ich mir die volle Dröhnung. Zwei Stunden Thaimassage, Mann hat das gutgetan !! Dann, auf dem Rückweg zum Pier, ich laufe schon wieder falsch, liegt wohl daran dass das Gehirn nach einer langen Massage extrem relaxt ist, kaufe ich mir eine köstlich gewürzte panierte Hühnerbrust und knabber die auch sofort an, für 25 THB, ca 50 Cent. Unschlagbar günstig. Ihr denkt bestimmt, ich würde ständig essen.....aber es riecht einfach an jeder Ecke so verlockend, alles ist frisch zubereitet, die Menschen sind freundlich – da kann ich einfach nicht widerstehen. Zum Glück werde ich ja am Flughafen nicht gewogen !!!

Schräg gegenüber von meinem Guest House gibt es eine Beaglezucht, ca 30 wunderschöne Hundis erinnern mich an meinen eigenen. Ich bleibe dort immer ein paar Minuten stehen und eines abends frage ich die Frau, ob die zum essen sind......nein, sie sind ein Hundegrosshandel. Da bin ich aber erleichtert. Ich musste zwischendurch an Vietnam denken, wo Dalmatiner in engen Käfigen ausharrten um in der Pfanne zu enden.

Ich checke meine mails und muss bei der Frage meiner Kinder und Freunde, ob ich auch genug zu essen bekomme, laut grinsen.

Es ist schon spät, also duschen und umziehen, denn ich möchte ja noch die schöne Beleuchtung am Democracy Monument fotografieren. Das Taxi lässt mich ziemlich weit weg davon aussteigen und der Fahrer hat kein Wechselgeld, das haben sie nie, denn sie erhoffen sich auf diese Art ein Trinkgeld. Da er wohl Angst hat, dass ich sein Taxi klaue, muss ich selber über die Strasse sprinten und in der chinesischen Apotheke Wechselgeld holen. Was ist das dies Jahr nur für eine seltsame Sache mit mir und den Taxifahrern???

Also schlendere ich mal los und lande prompt in einer chinesischen Suppenküche, wo keine Langnase zu sehen ist. Es riecht gut und der Chef füllt die Suppenschüsseln mit grossen Gesten als wäre es eine Theateraufführung. Hier bleibe ich. Ich bestelle Nudelsuppe. Die Kellner starren mich an, als hätte ich wieder die Hose offen. Na, Nudelsuppe please. Nix verstehn. Also steh ich auf, geh zu den Schüsseln, zeige auf die Suppe und die Nudeln, lächle.........und bekomme eine grosse Schüssel leckerer brauner Suppe mit Glasnudeln, Bohnen, Kräutern und Fischklösschen....und Blutkuchen...buah, den mag ich ja wirklich nicht. Die Kellner schaun alle, ob ich das wieder ausspucke, aber es war sehr lecker und hat nur 10 THB gekostet. Zum Nachtisch gabs Cocospoffertjes auf der Strasse, schön heiss und leicht knusprig.

Weiterlaufen – endlich bin ich am Democracy Monument angekommen - aber, was ist denn nun los, wo sind denn all die schönen Lichter??????? Ich stosse mitten in eine Rothemden Demo.

(Rothemden und Gelbhemden, zwei politisch unterschiedliche Ausrichtungen sorgen immer wieder für Unruhen und Krawalle)

Rundherum gibt es sehr viele Polizisten mit verkniffen ernsten Gesichtern. Vielleicht glauben die, ich wäre mit meiner grossen Kamara um den Hals eine Reporterin. Ich kann ja nicht sagen - hey, ich bin nur die Romy und will nichts Böses. Aber ich geh mal zu den Polizisten, von denen mich einige schon seltsam anschauen.

-Sawadee Kha - Hallo Were are all the lights in the trees???

-und schon schaun sie alle weg, denn keiner mag zeigen, dass er kein englisch kann. Nur einer sagt

-laaaaiiiiiiiiss??

-yes, the beautiful lights in the trees, und ich mache flinker-flinker Bewegungen mit allen zehn Fingern und ein glückliches Gesicht. Sanuk-Spass, ist wichtig!

-werayufrom?? - woher kommen Sie?

-jöramani - Deutschland

-wotyuwont?? - was wollen Sie?

-make a photo, lights, you know....???? Fotografieren, Lichter, verstehen Sie?

-Erleuchtung - aaaaahhhhhh, King hes börsdeeeeiiiiii, manyyyy laaaiiiisssss, haulong yu taileeeend???

-aaaaahhhhh, der König hat Geburtstag, viiiiiele Lichter! Wie lange bleiben Sie?

-one day – einen Tag

-tomolo yu can see laaaiiii – Morgen können Sie die Lichter sehen.

-kop khun kha und bloss weg - Danke und weg.

Ich geh nun mal auf die Pirsch, denn in eine Demo gerät man ja auch nicht alle Tage.

Es liegt sehr viel Demodreck herum. Aber die Demo bleibt friedlich und verwandelt sich gerade in eine Party, die Mädels tanzen zu Popmusik auf den Pick Ups und wie aus dem Nichts tauchen plötzlich mobile Restis auf, Eisverkäufer mit ihren Karren, die Melodien dudeln, Zuckerwatte, Luftballons - eben alles, was man nach einer anstrengenden Demo so braucht.

Überall auf den Bürgersteigen brennen Mengen von roten Kerzen und die Menschen sitzen in Gruppen darum und diskutieren. Einige Mönche sind auch dabei.

Ein Mann kommt mit seiner schwarzen Ente und einem kleinen Hund. Die Ente ist mit Blinklichtern geschmückt, der Hund auch und hat ausserdem bunte Rastalocken auf dem Kopf. Die Ernsthaftigkeit der Demo scheint vergessen und alle geniessen den Augenblick.

Denn die Buddhisten geniessen das Hier und Jetzt und denken nicht an die ferne Zukunft.

Es gibt wieder Probleme, zum Hotel zu kommen, das ist grässlich, ich kratze meinen Mut zusammen, denn die vollgehäuften dunklen Gassen sind mir nicht ganz geheuer. Es überfällt mich eine kleine Depri, das ist hier einfach zu schrottig und ich sehe keinen anderen Gast im Haus, fühle mich irgendwie verlassen, und schlafe erst um 04.00 ein und beschliesse, mir morgen ein anderes Hotel zu suchen.

Nach dem einsamen Frühstück (Mensch, die Hose ist schon wieder auf, wie soll das bloss weitergehen....Hört jetzt SOFORT auf zu lachen...), mache ich mich auf den Weg zum nächsten PC und reserviere mir was ganz Gutes, nämlich das Navalai River Resort für die nächsten vier Nächte bis ich mich auf den Weg gen Norden mache.

Das ist sooooooo schön, und auch genauso teuer. Aber das brauch ich jetzt. Meine Laune ist auch wieder Top und ich habe Spass an allem. Eigentlich müsste man den ganzen Tag auf dem Zimmer bleiben, um für das Geld auch was davon zu haben..... ;-)

Chinatown ruft. Es schallt regelrecht in meinen Ohren!! Ich schlendere ganze drei Stunden rum und finde sogar die Uhrengasse. Man laufe die Yaowarat Road ganz hoch, dann hinter dem Grand China Princes Hotel rechts rein - voila! Die Uhrengasse!Habe eine schöne Casio Uhr erstanden NO COPY, wer´s glaubt! Aber mir gefällt sie gut. Ich schaue mich um und bin sehr erstaunt - seit wann gibt es denn dort so viele Stände mit Porno DVD´s ???? Verkaufen sich Uhren und Pistolen nicht mehr so gut ?? Da hab ich kein Interesse, mich zieht es weiter.

Es wird wieder ganz viel Saft getankt, den es ja hier an jeder Ecke gibt. In den Mandarinensaft wird immer eine Prise Salz getan, das schmeckt man nicht, aber es reguliert den Kreislauf, wichtig bei diesen Temperaturen.

Dann stehe ich plötzlich vor einem kleinen Laden, da werden so niedliche kleine Porzellanfläschchen verkauft. Neugierig bleibe ich stehen und die Chinesin holt ein kleines braunes Köttelchen heraus und lässt mich probieren. Was ist denn das?? ....Chu Chu......ach so ......sieht aus wie Köttel und schmeckt wie in Obstsirup eingelegter Tabak. Very healthy, soll Obst sein. Ich hätts fast ausgespuckt und musste sofort eine Coconut rinken.....pfui Teufel.

Man merke – gesund ist nicht immer = lecker!!!

Plötzlich stehe ich vor dem Shanghai Mansion Hotel. Hier muss ich unbedingt rein und mir die Zimmer ansehen. Ich gebe mich als Zimmersuchende Frau aus, die ihrem Mann die Fotos zeigen muss und ich bekomme 2 wunderschöne Zimmer gezeigt, da geht einem das Herzchen auf und ich fühle mich direkt ins Shanghai der dreissiger Jahre versetzt. Die Dekoration, die warmen Lichter, ein Ambiente wie aus einem alten Film geklaut und das ausnehmend freundliche Personal.

Einfach traumhaft!

Langsam wird es dunkel und Chinatown bekommt ein ganz anderes Gesicht. Man sieht den Dreck nicht mehr so doll, aber dafür tausende kunterbunter Lichtreklamen. Es riecht überall würzig nach gutem Essen und laute chinesische Popmusik gibt es gratis dazu.

Zum Abendessen in der Rambuttri gönne ich mir ein leckeres Wokgemüse mit Austernsosse und gegrillter Hühnerbrust und ein Singha-Bierchen, danach den unvermeidlichen Mangosaft und Bananapancake, alles superfrisch auf der Strasse zubereitet.

Neben mir am Saftstand steht ein Inder, der aussieht als käme er direkt aus einem Werbeprospekt für Rajasthan, fehlt nur noch der bunte Turban und ein weisser Elefant! Fragt, wo ich herkomme - Düsseldorf (Standardantwort um die Gegend einzugrenzen,denn ich glaube, Bottrop ist in der grossen weiten Welt nicht soooo sehr bekannt) - ahhh, nicht München -nein- da ist doch immer dieses grosse Bierfest (da kann man mal sehen, was die Leute bei DEUTSCHLAND im Kopf haben) - ich sage, das mag ich nicht, da sind die Leute ständig betrunken und ein kleines Bier ist ein Liter - kennen sie Indien - nein, würde ich aber gerne - ich bin aus Rajasthan, Pink City, kennen sie das? - ja, Jaipur, er ist beeindruckt - was haben sie denn da für einen hübschen Anhänger, ist der aus Indien? Und schon geht seine Hand in Richtung meines Oberkörpers....(das kann ich garnicht ab) aber da bin ich schneller und zeige ihm flugs mein Reiseamulett, das mir ein Freund für meinen Reise geschenkt hat.......FREUND??? Ja, den treffe ich gleich, aber da geht er schon die Strasse runter. Ich schicke ihm noch ein freundliches Good Bye hinterher, aber er hört es nicht mehr.

Und - meine Hose war NICHT offen....ich will jetzt niemanden lachen hören!!!!

Ich geniesse meinen Mangosaft und schlendere herum. Auf der Rambuttri spielen sie überall diese schöne Flower-Power-lass-uns-einen-Joint-zusammen-rauchen-Musik. Sehr relaxing, macht Spass zuzuhören.

Hoffentlich träume ich was schönes in meinem tollen Zimmer.

Ich habe geschlafen wie ein Engel und bin vom leisen pfeiffen der Riverferry Boote aufgewacht...ahhhhhhh.....habe ich gedacht, wie schön, ich bin der Schrotthölle entflohen.

Der Vormittag ist ausgefüllt mit Chatuchak, dem grössten Weekend Markt in Bangkok......ihr wisst, was ich meine!!! Ich zermartete mir mal wieder das Gehirn, was ich für wen einkaufen soll, dabei verliere ich das Objektiv völlig aus den Augen. Kein Wunder, bei soviel Ablenkung. Aber trotzdem mache ich eine ansehnliche Beute. Wie immer weiss ich nach einer halben Stunde nicht mehr, ob ich hier schon einmal war oder nicht......das ist sehr verwirrend. Ich frage mich, ob es schon mal jemand geschafft hat, den gesamten Markt mit den 15.000 Ständen an einem Tag anzuschauen. Ich glaube, das geht nicht – und schon garnicht bei diesenn Temperaturen!!

Als ich mit den Nerven und dem Geldausgeben fertig war, setze ich mich in eines der open air Restis an der Strasse, ich bin hungrig. Auf den Tischen stehen grosse Körbe voll frischem kleingeschnittenem Gemüse und es gibt drei verschiedene Suppen zu bestellen: scharf, schärfer und am schärfsten! Der nette Mann sagt, die Coco-Chilli Suppe wäre nicht scharf, also nehm ich die. Ich hätte es wissen müssen, wenn ein Thai sagt, die ist nicht scharf, dann rollen bei mir immer noch die Tränchen. Ich stopfe soviel Gemüse in die Suppe, um die Schärfe zu mildern, dabei mag ich es scharf, aber das........trotzdem war es sehr lecker.

Völlig geplättet gönne ich mir eine kleine Siesta im Hotel.

Nach einer Stunde hat dann auch prompt die Chilli Rohrreinigung eingesetzt - ihr wisst, was ich meine.

Duschen, bissel TV schauen und sehen, was so an Mörderzeugs in der ganzen Welt passiert, ich will das garnicht sehen. Auf der Terasse am Fluss trinke ich einen Jasmintee, schaue dem regen Treiben auf dem Wasser zu und begebe mich dann in die kundigen Hände der Massagefrauen in meinem Lieblingsspa, dem Pai Spa in der Rambuttri Road. Life is beautiful!!!

Im Pai Spa hat man jetzt eine Karteikarte für mich angelegt, worauf staht, welche Probleme ich habe. Finde ich gut. Die schnellen Finger haben alle meine Knoten und verhärteten Muskel gefunden - ich wollte garnicht mehr aufstehen.....

Draussen entscheide ich mich für ein Abendessen in der Japanese Tavern, einem kleinen Resti an der Strasse. Eigentlich nur 3 Woks, einige Holztische und Stühle und eine kleine Speisekarte. Das Chicken Tepanyaki mit Reis kam auf schwarz roten Tellern und Schälchen daher, hat 10 Klassen besser geschmeckt als zuhause und hat mit einer Miso Suppe und nem Wasser nur 2 Euro gekostet. Ich sag ja, wie zuhause......

Am nächsten Morgen heisst es zeitig aufstehen um pünktlich an der burmesischen Botschaft zu sein. Als ich um kurz vor 09.00 dort ankomme, steht schon eine beachtliche Schlange auf der Strasse. Ich schau mich um und stelle fest, dass ich noch nie eine Botschaft mit solch einer einfachen Ausstattung gesehen habe, am Boden festgeschraubte Stühle, kein Bild an den weissen Wänden, vor mir drei vergitterte Schalter. Es ist wichtig, dass man kein Journalist ist, sondern nur ein einfacher Reisender mit Interesse an der Kultur. Nach 2 Stunden hab ich den Pass, die Fotos und die ausgefüllten Formulare abgegeben. Morgen nachmittag kann ich den Pass wiederhaben. Prima.

Heute werde ich endlich das Jim Thompson Haus aufsuchen, hab das schon oft verschoben. Jim Thompson hat die thailändische Seide weltbekannt gemacht und ihr auch in der thailändischen Oberschicht wieder Wertschätzung verschafft. Dort ist es sehr friedlich und die Ansammlung hübscher typisch thailändischerTeakholzhäuser in einem tropischen Garten gefällt mir so sehr, dass ich am liebsten gleich eingezogen wäre. Aber ich darf nicht. Weiss auch nicht, warum,steht doch leer........

Dass der Mr Thompson genau dann in Malaysia spurlos verschwunden ist, wie es ihm ein Wahrsager vorhergesagt hatte, ist schon ein wenig unheimlich.

Den Siam Square - eine Ansammlung kleiner Geschäfte junger Thaidesigner und allerhand Krimskrams, auch kleine Restaurants - beehre ich auch noch und gönne mir im Mango Tango einen grossen Teller Sticky Rice mit Kokossosse und einer ganzen süssen reifen duftenden saftigen herrlichen Mango. Da hätte ich mich echt reinlegen können.

Da sich mein Telefon nicht entsperren lässt, kaufe ich kurzerhand ein thailändisches mit einer Simkarte und kann nun kostengünstig mit meinen Lieben zuhause telefonieren. Toll!

Meine Eltern und Kinder wollen ja auch wissen, was ich erlebe und welche Souveniers ich schon erworben habe.

Heute habe ich in dem schönen Zimmer am Fluss zum ersten Mal so richtig urlaubsmässig ausgeschlafen, bis 09.00, es war herrlich! Nach einem ausgiebigen Frühstück am Fluss starte ich meinen langsamen Trödeltag. Ich nehm das Flussfährboot zum Pier Nr 8. Ich will zum Amulettmarkt, aber der ist eher bei Pier Nr 9, also müsste ich etwas nach links hochlaufen, aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht rechts runtergelatscht wäre!! Aber das ist garnicht schlimm, denn erstens ist es dort hübsch, ein altes Viertel un den Königspalast und Wat Po herum und zweitens habe ich gefunden, was ich sowieso noch suchen wollte, nämlich die Wat Arun Residence. Ein kleines edles Hotel mit Resti auf der Dachterasse und des nachts mit einem tollen Blick auf das erleuchtete Wat Arun. Schöne Zimmer,aber ganz schön teuer, der Laden. Noch ein bissel weiter in die falsche Richtung und in einer kleinen Soi, so heissen die kleinen Seitenstrassen, liegt auch direkt am Fluss das Hotel Aurum. Auch sehr edel, aber die Preise auch!! Ich hatte einen Tee auf der Terasse am Wasser, schön war´s. Inzwischen habe ich gemerkt, dass ich in der falschen Richtung unterwegs war - bei mir dauert das immer eine Weile, und hab mich auf die Socken gemacht um zum Amulettmarkt zu kommen.

Dort bietet sich mir das übliche Bild: unzählige Stände mit Amuletten, kleinen Figürchen, die manchmal ganz schön abenteuerlich oder auch gewagt sind, alte Münzen, Buddhas und Zubehör für Mönche.Nicht zu vergessen die lustigen Stände mit den Zahnprothesen. Daneben liegen zwei Krokodilsköpfe mit ihren gefährlichen Zähnen, ganz so als wollten sie die Menschen daran erinnern, wie wichtig die Zahnpflege ist. An vielen Ständen stehen unter den Bäumen mit wunderschönen lila Blüten Männer mit einer kleinen Lupe, die am Auge klemmt und betrachten ganz versunken irgendein heiliges, altes oder vielleicht doch gefälschtes Teil. Man will ja herausfinden, ob es wirklich 300 Jahre alt ist, oder vom Verkäufer erst am Wochenende gebastelt wurde. Verkäufer von Vögelchen in roten Käfigen, blinde Sänger, Schuhverkäufer, Essenskarren, Polizisten, Wahrsager, Mütter mit ihren Babies, Drachenflechter runden das Bild auf den belebten Gehwegen ab. Und immer wieder sieht man Männer, die so schwer mit Amuletten behängt sind, dass man den Blick kaum von ihnen abwenden kann. Buntgefleckte Katzen machen es sich auf den auf dem Gegweg ausgebreiteten Jeans bequem, hoffentlich hat der nächste Besitzer keinen Katzenallergie.... Auf einem Tisch liegt neben den unvermeidlichen Figürchen und Münzen eine Auswahl von Lingams, von ganz klein und niedlich bis sehr gross und bedrohlich..., aus Holz sehr lebensecht geschnitzt. Ein junger dünner Mann steht davor, beugt sich darüber und verliert sich vielleicht in Tagträumen....wer weiss?? Es werden auch neue Amulette hergestellt und man kann dabei zusehen, wie fix die Sperrholzgeburten auf alt getrimmt werden.

Mönche, eingewickelt in orangenfarbene Gewänder, mit gelben Bauchtüchern und himmelblauen Taschen - was für schöne Farben - schlendern genüsslich umher. Bestimmt haben auch sie den einen oder anderen Wunsch, den sie sich nicht erfüllen können. Aber eigentlich sollten sie ja glücklich und zufrieden in ihrer Welt sein. Eine Tigerkatze schläft auf den Amuletten, ein wahrlich behüteter Schlaf, bei soviel Heiligkeit unter dem Fell!!

Auch ich habe mal wieder zugeschlagen und eine Auswahl der hübschen und gewagten Figürchen und alte Münzen gekauft. Dabei habe ich schon recht viele....bald kann ich zuhause einen Amulettladen für Exilthais aufmachen. Die Lupe muss ich aber erst noch kaufen.

Wie ich so im Schneckentempo dahinkrieche, steigt mir ein verlockender Duft in die Nase - eine Nudelsuppenküche, und sie kann nicht weit sein. Uuuuhhhhh, riecht das gut, es ist ein ganz kleines enges Lokal. Ich setze mich und bestelle "Nudelsuppe". Als Antwort schleppt man mich nach vorne zu den Töpfen, und fragt, welche denn??? Lange, kurze, dicke, dünne, breite...... Ich nehm die lange dünnen mit Huhn. Die Zubereitung durch den Suppenchef ist wieder sehenswert und ich bekomme eine Schüssel Suppe mit Nudeln, Sprossen, Kräutern und einem ganzen Hühnerbollen. Es schmeckt sehr würzig.....ist das Zimt oder Anis???? Mein Mund freut sich.

Hinter dem Amulettmarkt liegt ein grosses Wat, in dem ich noch nie war, Wat Mahadhat. Nix wie rein. auf dem Boden, der mit einem roten Teppich ausgelegt ist, sitzen ganz ganz viele Frauen, alle in weiss gekleidet, viele sind Nonnen mit rasierten Köpfen und Augenbrauen. Ich bleibe am Eingang stehen, da ich nicht weiss, was hier stattfindet, aber eine alte Frau holt mich herein und lässt mich sitzen. Männer sind - bis auf den rezitiereden Mönch auf dem goldenen Sessel - nicht erlaubt. Manche Frauen schlafen auf dem Boden, andere meditieren oder sitzen ziemlich verrenkt auf Plastikstühlen. Sie sitzen oder liegen auf weissen Tüchern, diese Farbe dominiert den ganzen Tempel. Einige haben Bilder vom König mitgebracht, andere etwas zum essen. Man spürt ein Zusammengehörigkeitsgefühl, wie bei einer grossen Schwesternschaft und ich fühle mich einige Minuten lang dazugehörig. Das ist schon seltsam, diese Stimmung hier. Einige Frauen sind sehr alt und ihre Gesichter erzählen Geschichten. Immer wieder werde ich lächelnd aufgefordert mich dazuzusetzen, aber niemand scheint etwas dagegen zu haben, dass ich aus dem Hintergrund einige Fotos mache. Ich frage, warum denn nur weiss gekleidete Frauen anwesend sind und erfahre, dass Heute 15 neue Nonnen geweiht werden. Aber niemand scheint genau zu wissen, wann genau das geschieht.

Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass ich mich sputen muss um meinen Pass von der Botschaft abzuholen!! Also schnell zum Pier.... wo war das nochmal... da?.... Nein dort, stimmt, da steht ja ein Schild. Vor mir auf dem Gehweg läuft eine Frau.... nee, das ist ein ganz hässlicher Katoey.

Das sind Männer, welche Frauenkleider tragen, sich schminken und meistens so doll hübsch sind, dass man glaubt, sie wären alle aus der Vouge entsprungen. Aber dieser hier hat dunkle Haut, einen eckigen Körper, trägt ein schwarzes Kleid, läuft barfuss, die Zehen gespreizt wie ein Äffchen und hat den dicken Zeh mit lila Nagellack lackiert. Sie schwenkt sowas wie eine 2 m lange silberne Isomatte herum. Ich habs eilig und überhole sie, da stösst sie plötzlich Schreie aus wie ein Urwaldvogel und wirft die Isomatte über meinem Kopf herum. Ich hab mich sowas von erschrocken.... Herrje. Ich glaube, die ist nicht ganz richtig im Kopf, sie nimmt unter den Verkaufstischen das Essen für die Geister und isst es genüsslich. Niemand hindert sie daran, sie hat ein Gesicht wie ein Dschinn.

Da ist der Pier und das Boot ist mal wieder gerade abgefahren, das ist wirklich jedesmal so!! Schlechtes Karma.

Nur gut, dass die Boote im 20 Minuten-Takt verkehren. Allerdings hätte ich Heute lieber ein früheres Boot erwischt um rechtzeitig bei der burmesischen Botschaft aufzuschlagen, da ich ja nicht die Einzige bin, die dort ihr Visum abholt.

An der Botschaft gibt es natürlich wieder ne lange Schlange, aber mein Visum ist im Pass, sogar mit Foto. Alles Paletti.

Im Hotel noch "schnell" die Reisetasche umpacken, denn morgen geht es nach Sukhothai und ich nehm ja nicht alles mit. Das schnelle umpacken dauert anderthalb Stunde und die Restreisetasche wiegt gefühlte 100 Kilo..... Die wird dann ins Rambuttri Village gebracht, wo ich später wohnen werde.

Es ist mein letzter Abend im Navalai und ich lasse mich mit einem Red Curry und einem kühlen Singha-Bier auf der Terasse verwöhnen. Es ist köstlich und vor meinen Augen gibt es open Air Kino, die allerschönsten bunt beleuchteten Boote flanieren vor meinem Platz vorbei, die Brücken rechts und links sind farbig beleuchtet...... leise Musik im Hintergrund, es schmeckt vorzüglich..... das Leben kann so schön sein.

Ab in die Horizontale mit einem Schokoriegel und einem Singha, bissel TV schauen, es läuft CSI, fast wie zuhause.... hehehehehe.

Eigentlich muss ich ja fast schon sofort wieder aufstehen, nämlich um 04.00 Uhr.... was ist das eigentlich für ein Urlaub????

Ich habe NICHT verschlafen und bin um 03.45 Uhr aufgestanden.... das grenzt wirklich an Körperverletzung!! Ich hatte einen Airporttransfer für 150 THB - ca 4 €, sehr preiswert für eine 40 minütigen Wegstrecke - reserviert, aber irgendein "Verantwortlicher" hat mich aus Versehen zu einem jungen deutschen Paar in ihr privates Taxi gesetzt. Da bin ich ja unverhofft schnell und konfortabel zum Flieger gekommen. Wir fliegen mit einer kleinen Propellermaschine, die von aussen mit quitschbunten Nemofischen bemalt ist, nach Sukhothai. Nach 1 Stunde landen wir auf dem herzallerliebsten Flughafen, der aussieht wie ein schöner Garten und wo hübsche junge Frauen in Seidentrachten die Gäste empfangen. SO gehört sich das!!

Kapitel Liste

Kapitel 2 - Sukhothai

Sukhothai bedeutet Morgenröte der Glückseligkeit und ist wohl das erste thailändische Königreich, bestand zwischen dem 13 und 15 Jahrhundert. Im Geschichtspark Sukhothai sind die restaurierten Ruinen der alten Königsstadt wieder zugänglich gemacht worden und zeugen von kultureller und geistiger Grösse.

Ich bin schon um 10.00 Uhr im Orchid Hibiscus Guesthouse und frühstücke erstmal. Der Besitzer Paolo serviert mit Grazie Spiegeleier, Toast, eine wilde Honigwabe und leckeren Cocospudding in Bananenblättern verpackt. Die Anlage ist sowas von schön, alles kleine Bungis inmitten eines tropischen Gartens mit Rasen, vielen Orchideen, Bäumen und blühenden Büschen .Viele Vögel - Tukane, Zwergpapageien, Kakadus...- kleine Ecken zum verstecken und ein grosser Pool mit Sonnenliegen laden zum faulenzen ein. Ich habe ein Prinzessinenbett mit Schmetterlingen und Blumen im Moskitonetz - schöön !

Ich miete ein Fahrrad, frage Paolo nach dem “waszusehen” ,bekomme eine kryptische Zeichnung auf einem Stückchen Papier in die Hand gedrückt und mache mich auf dem Weg. Leider weiss Paolo nichts von meinem Talent zum sich-immer-wieder-verirren-Talent. Wider Erwarten passt sich mein Popo schnell dem Fahrradsattel an...., ich mache sowas nämlich nicht allzu oft. Ich radle zu einem Buddha, den man bei Sonnenaufgang sehen sollte. Eine klate Empfehlung von Paolo. Er liegt ziemlich weit ausserhalb, 40 Minuten Fahrt, dann noch 200 m über Steine bergauf kraxeln. Also, bei meinem fehlenden Orientierungssinn, im dunkeln, mit nem Rad ohne Licht......da komm ich ja in Kalkutta aus!! Und ausserdem hab ich ihn ja nun schon gesehen. War auch wirklich sehr schön. Aber das war´s dann auch für mich.

Dann einer meiner Lieblingsplätze: Wat Sri Chum!!! Dieser eingeschlossene Buddha hinter der Mauer........ in all der Enge liegt hier eine ganz besondere Würde und Besinnlichkeit. Ich liebe diesen Ort.


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