AUS MENSCHEN HAND
Poems
by
KRISTIAN GOLDMUND AUMANN
“Qui se aliquid esse putat, aliquid fieri desinit.”
Sokrates
PUBLISHED BY:
KRISTIAN GOLDMUND AUMANN
at Smashwords
********
Aus Menschen Hand
Copyright 2011 © by Kristian Goldmund Aumann
ALL RIGHTS RESERVED 2011
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Einleitung
Aus Menschen Hand
Aus Menschen Hand! Was macht der Mensch eigentlich? Was geht in unserer Gesellschaft, in unserem Leben vor? Was tun wir uns und unserer Welt an? Kristian Goldmund Aumanns Gedichte bringen durch Wort- und Klangspiele; durch Sarkasmus und Ironie die verschiedenen Aspekte der Gesellschaft auf den Punkt. Macht und Gewalt, Leben und Tod; Liebe und Alltagserfahrungen – all die Dinge, die unser Dasein ausmachen, greift Kristian Goldmund Aumann auf und kommentiert diese mit treffendem Wortwitz.
AUTOR

Kristian Goldmund Aumann ist Autor, Drehbuchautor, Filmemacher, Regisseur und Schauspieler – er lebt und arbeitet in St. Andrä-Wördern nahe bei Wien / Österreich/ und Rovinj / Kroatien. Nach seiner Ausbildung an der Lee Strassberg School, folgten längerfristige Engagements, am Wiener Burgtheater (Ära Claus Peymann) und am Italienischen Staatstheater. Theaterregiearbeiten, Film- und Fernsehrollen, sowie zahlreiche Veröffentlichungen, in Lyrik-Anthologien und Zeitschriften. Der Lyrikband »Aus Menschenhand II « erscheint im Herbst 2011. Der Prosaband »von dem da in das dort« ist in Arbeit. Der Theatermonolog „Der Alpträumer“ steht kurz vor der Fertigstellung. Das Kinofilmprojekt »The white hope« (Gesellschaftskritisches Komödiendrama) – befindet sich in der Produktionsphase
AUS MENSCHEN HAND
Ab-Ort Obolus
„Einer“
Der
Ganz
„Oben“
Also
Ein
„Obiger“
Zählte
Gähnende
Leere
In
Den
Kassen
In
Den
Staatskassen
Säckelschlappes
Hängen
In
Der
Finanz-Quästur
Nacht
Für
Nächte
Nächtens
Gedanken-Los
Im
Nach-Denken
Pochte
Unvermutet
Die
Rettende
Idee
Sozusagen
An
Versperrte
Quästur-Türen
Bat
Vorgesprächig
Um
Einlass
Der
Vorsprechenden
Ideenbringenden
Idee
Lauschte
„Er“
Ohrenfeil
Der
„Obig“
Ideen-Lose
Reifer
Reifend
Reifte
„Sie“
Dann
Die
Idee
Zu
Seiner
Idee
Fiel
Geldschuppig
Von
„Obig“
Augen
Ab
Der
Ab-Ort
Obolus
War
Geboren
Sinekure
Aus
Taufbeckenwasser
Gehoben
Sozusagen
Tags
Darauf
Lautete
Von
„Oben“
Herab
Der
Befehl
An
Geharnischte
Nomenklaturen
Die
Ihn
Auch
Naturgegeben
„Hinaus“
Den
Befehl
Den
„Untigen“
Zutrugen
„Ein
Jeder
Eine
Jede
Die
Mündig
Egal
Ob
Mann oder Frau
Unmündige
Selbstverständlich
Ausgeschlossen
Müsse
Wenn
Er oder Sie
„Müsse“
Einen
Obolus
Gemeinwohlig
Entrichten
Im
Vorhinein
Wohl
Gemerkt
Entrichten“
„Also
Bevor
Er oder Sie
Darm & Blase
Körper reinigend
Entleere“
So
Lautete
Der
Befehl
Die
Weisung
Von
„Obig“
Oben
Von
Ganz
Oben
Nun
Waren
Aber
Schlechte
Zeiten
Hereingebrochen
Auf
„Jene“
Die
Da
„Mussten“
Dringend
„Mussten“
Landesenge
Illiquidität
Landesweite
Barschafts-Lose
Geplagtheit
War
Mit
Den
Schlechten
Zeiten
Sozusagen
Hereingebrochen
Auf
Jene
Die
Da…
Der
„pecunia non olet“
Schuss
Ging
„Weniger“
Als
„Mehr“
Nach
„Hinten“
Los
Ohne
„Vorne“
reüssieren zu wollen…etc. etc.
Ergo
„Untig“
Buckliges
Kriechen
Belastend
Folgte
Mündige
&
Unmündige
Krochen
Harn & Kot
Verhalten
Ab-Ort
Verwiesen
Ausdrucks-Los
Durch
Die
Strassen
Schleppten
Gestankes
Stinkend
Gestank
Gegen
„Obige“
Hinauf
„Ganz hinauf“
Abschied aus Wolken
Ein Flugzeug
„ready for take off“
Startpiste
“Frei”
Kerosin zeichnet
Vogelfrei in Höhen
Weiß auf Himmelblau
Striche
Stadtsilhouetten
Verlieren
Kopfschwer
An Glanz
Fenstersitz rieselt
Salz aus Augen
Endlosigkeit
Presst Lippen
Unbeweglich
Herz
„fasten your seat belt“
Gerüttelt
Verblutet
Erstickt in
Weinkrämpfen
Aus dem Cockpit
Dröhnt Magenflau
Routine
Gefühle vertrocknen
Windrosen in Wüsten
Sandspur verdurstet
Auf Beduinenpfad
ADVENT
Advent
Advent
HERZKÄLTE
Brennt
Erst
EINS
Dann
ZWEI
Dann
DREI
Dann
V I E R
KEIN
CHRISTKIND
VOR DER TÜR
Alkoholausweglosigkeit
Seitengassen streuen
Ekel
Gedämpft verrosten
Schilder
Neonlicht schreit
Fäulnis
Ratten
Stöbern
Brieftaschen leer
Moll-Noten
Laugen geschrumpft
Schlappern
Fremdländisch
Wasserzeichen
Trübgrau
Klingt
Meerweit
„Vergessen“
Wellen
Türmen
Alkohol
Von
Mund
Zu
Mund
Glasrand
Fusel
Tötet
Verschlingt
Münder
Speit
Sprache
Namenlos
Stillleben
Malt
Fratzen
Tische
Taumeln
Breidick
Gewürgt
Erbrochen
Rot
Magensäure
Widerwärtig
Auf
Kleider
Klebt
Brockenmuster
Feucht
Rinnsalfahnen
Zertrümmern
Strassen
Buckelnasen
Ätzen
Stolpern
Elend
Autoscheinwerfer
Jagen
Parkbänke
Nachtlager
Holz zerfurchte
Trostlosigkeit
Schnee
Aschfahl
Fällt
Aus
Höhen
Tief
Kristallsterne
Kalken
„Weihnachten“
Still & Starr
Die
Depression
ALLEIN
GEH NICHT FORT VON UNS, GEH NICHT FORT –
ICH FLEHE DICH AN, BITTE GEH NICHT FORT,
ICH SAGE DIR BLEIB HIER!
DEINE SCHRITTE VERLIEREN SICH INS NICHTS,
DU LÄSST UNS ZURÜCK IM LEBEN,
DIESES LEBEN KANN DIE HÖLLE SEIN –
IN GEWISSEN MOMENTEN.
ANGST, FALLEN, UNENDLICH LANGE FALLEN,
IMMER AN DER GRENZE DER BEDEUTUNGSLOSIGKEIT –
GRATWANDERUNG, TIEFER KRATER, ERST OBEN – DANN
UNTEN – WANDELND ZWISCHEN SEIN UND NICHT SEIN.
VERLASSEN, ALLEIN – BETEN, JA, BETEN,
ABER ZU WEM BETEN?!
BRÜLLEN, LACHEN, SCHREIEN, LAUFEN, ATMEN.
GANZ LEISE ATMEN – AUSATMEN – AUS-AT-MEN.
Alltag
„Einer“
Dem
Der
Alltag
Aus
Dem
Hals
Hing
Und
Das
Wasser
Bis
Zum
Hals
Ging
Band
Sich
Frühmorgens
Eine
Krawatte
Um
Den
Hals
Weil
Ihm
Wie
Gesagt
Der
Alltag
Aus
Dem
Hals
Hing
Stunden später…
Hing
„Der“
An
Seiner
Krawatte
Die
Er
Um
Den
Hals
Frühmorgens
Weil
„Ihm“
Der
Alltag
Schon
Lange
Zum
Hals
Heraushing
&
Das
Wasser
Bis
Zum
Hals
Ging…
Angst
Angst
Entfacht
Das
Feuer
Seele
Flammt
Auf
Glutheiß
Herzschlag
Schlag
Um
Schlag
Verbrannt
Zu
Asche
Fällt
In
Weißrauch
Ängstlich
Die
Angst
Erstickt
Aschezeichen
Verzehrt
Pocht
Herz
Beherzt
Herzen
Wandern
Seele
Beseelt
Seelen
ARBEITSLOS…OBDACHLOS…mein Los…
Ich werde gekündigt.
Skrupel-Los.
Ich hetze durch die Straßen.
Atem-Los.
Ich kämpfe für meine Sache.
Mittel-Los.
Ich werde verurteilt.
Recht-Los.
Ich balle die Fäuste vor Wut.
Macht-Los.
Ich schreie gegen den Wind.
Stimm-Los.
Ich beginne zu trinken.
Besinnungs-Los.
Ich verliere meine Familie.
Halt-Los.
Ich lande in der Gosse.
Hoffnungs-Los.
Ich werde mich ergeben.
Bedeutungs-Los.
Ich friere vor Hunger.
Kraft-Los.
Ich bettle um Essen.
Mitleid-Los.
Ich sehe die Menschen.
Maß-Los.
Ich flehe um Hilfe.
Gehör-Los.
Ich beginne zu fallen.
Laut-Los.
Ich spüre die Blicke.
Acht-Los.
Ich werde sterben.
Namen-Los.
Aschermittwoch
Nebelvorhang
Malt
Buntmasken
Weiß
Leierkästen
Leiern
Taktlos
Ehe
Sie
Stumm
Verstummen
Närrisch
Treiben
Fällt
Wie
Staub
Zu
Boden
Konfetti
&
Papierschlangen
Ausgebleicht
Der
Tanzboden
Absatz
&
Stöckel
Verlassen
Rau
Ausgetanzt
Rausgetanzt
Der
Karneval
Narren
&
Kinder
Weise
Kostüme
Winken
Kopflos
Verwaist
„Abschied“
Mystisch
Licht
Glas
Geschliffen
Fensterbögen
Gotisch
Spitz
Aus
Weihrauch
Gluten
Gebete
Steigen
Büßerbänke
Wund
Die
Knie
Kreuz
Auf
Stirne
Rieselt
Einkehr
Aus
Gesichtern
Aschen
Vergänglich
Das
Symbol
Vierzig
Tage
Geist
&
Körper
Reinheit
Sucht
&
Findet
Auferstehung
Ich
War
Krank
Todkrank
Im
Sterben
Starb
Ich
Mein
Leben
Hinauf
&
Hinunter
Erschöpfend
Hinauf
&
Hinunter
Kurz
Kürzer
Wurde
Der
Herzschlag
Kerzendünn
Erloschen
Flammen
Abgrundtief
Standen
Träume
Unklar
Verwoben
Zeugnis
Bis
Herz
unnatürlich
Still…
Hart
&
Feucht
Fiel
Meine
Seele
Überschritt
Grenzen
Grenzenlos
Im
Fallen
Schwerelosigkeit
In
Mir
Dann
Wie
Aus
Dem
Nichts
Ein
Geräusch
Ein
Klang
Eine
Bewegung
Schlug
Herzrasen
Widerhall
Körper
Zuckte
Sturm
Tobte
Daseinswild
Aus
Leichentuch
Glitt
Neugeboren
Mein
„Ich“
Marmorgestaltig
Milchfarben
Ließ
Es
Die
Dunkelheit
Hinter
Sich
Gebündelt
Licht
Hielt
Uhrwerk
Pendel
Schlag
Drei
Uhr
Zeiger
Stand…
Aus dem Leben
Sterben aus Leben:
Deine Hände sind mir Schutz
Vor dem Leben
In das ich lebe
In das ich Leben muss
Deine Hände sind mir Geborgenheit
Liebkosung
Alles was Leben geben kann
Habe ich in deinen Händen erlebt
Dich Geliebt und durch dich gelebt
Aus deinen Händen
Das Leben gelebt
(Er)lebbar
In meinem Leben gelebt
Leben aus Sterben:
Mein Leben
In deine Hände
Gelegt
Meine Liebe
In deine Hände
Geliebt
Mein Leben
In deinen Hände
Gestorben
Mein nicht gelebtes Leben
Leblos nun
In deinen Händen
Liebeshand
Lebenshand
Sterbenshand
Aufgewacht
Weihnachten
Riecht
Gedächtnislücken
Kinderaugen
Leuchten
Lärm
Zeit
Steht
In
Erwartung
Spielplatz
Wirft
Schicksalhaft
Schneeball
Vorfreude
Bitterkalt
Ball der „Bälle“
Feststiegen
End-Glanz
Imperial
Indigniert
Trägt
Schwer
An
Roben
Orden
Opulenz
Illiberal (engherzig)
Logen
Überladen
Eitelkeit
Omnipräsent
Floristen
Feinhand
Auswuchs
Polychrom
Der
Rosenschnitt
Botoxinen
Antlitze
Pleonexie (Geltungssucht)
Lach
Gelähmt
Kronleuchter
Majestätisch
Geflammt
Erbricht
Kurzschattig
Frack
Auf
Pomadig
Parkett
Jungfernschritte
Behütet
Weißhandschuh
Reingehalten
Von
Vätern
Ganzer
Stolz
Filiusse
Auslagen
Welt umspannt
X-beinig
Gestellt
Orchestral
Musik
Forte
Fortissimo
Eröffnungs-Polonaise
Gewitter
Blitze
Camera
Obscura
Seiten-Blick
Licht
Kordelröte
Gleitet
Aus
Livree-Händen
Dionysos & Satyr
„Alles Walzer“
Auf
Geladen
Rest
BERG
Rosshaarborstig
Kratzt
Höhenkoller-Luft
ATMEN
UNMÖGLICH
Nebelwand
Mehlweiß
Wüsten-endlos
Breidick
Klobig
Schuhwerk
Schmerz
Schritte
Bleischwer
Geschnürt
Verzweiflung
In
Den
Schnee
Gerammt
EISPICKELHART
STURM
Beißt
Faucht
Kratzt
NARBEN
Blutig
Gesicht
Lippen
Springen
Klirren
Augen
Kristallblind
Seil baumelt an der Hüfte
Gerissen
Zersprengt
Abgeschnitten
Von
„DENEN“
Die
Der
Schneedonner
Malstrom
Stück zerfleischend
Auf
Ewig
Ins
EIS riss
Kein ZURÜCK mehr
Himmel
Hölle
MENSCHEN-ANGST
Dann
AUFWÄRTS
Eis-Grat-Glühen
KORALLENKLAR
Wegbereitend
GIPFELLICHT
Ganz oben
Kraft-Pulsiv
Magnetisch
Gipfelkreuz-meditativ
GOTTNAH
Büßerschnee
Büßer
Schnee
Befahl:
„Bäume
in
die
Knie!“
Äste
Bäuchlings
auf
Boden
gestreut.
Eiswind fegt
Menschenstraßen
„Hoffnungs-Leer“
Schornsteine
Rauchvergessen
Schweigen
Das Christuskind
Alle Jahre wieder
kommt es auf die Welt
Das Christuskind
In uns kommt es auf die Welt
Das Christuskind
Alle Jahre wieder
In eine Welt
die mir fremd geworden ist
kommt es auf die Welt
Hineingeboren in eine Welt
wo die „Völlerei“ und die „Wollust“
die Menschenarmut
an Hunger sterben lässt
Alle Jahre wieder
auf der Welt
In dieser unseren Welt
kommt es
auf die Welt
Das Christuskind
Wo der „Hochmut“
und die „Lüge“
in die Menschenwiege gelegt
kommt es
Alle Jahre wieder
auf die Welt
Das Christuskind
In diese unsere Welt
kommt es
Das Christuskind
Alle Jahre wieder
Wo der „Neid“ und der „Zorn“
dem Kriegsmonster Nährboden
Zu grenzenlosem „Hass“
in der Welt
Kommt es auf die Welt
Alle Jahre wieder
Das Christuskind
Am 24igsten
in der Nacht
kommt es
auf die Welt
In der Weihe-Nacht
Alle Jahre wieder
kommt es
in uns unsere Welt
Alle Jahre wieder
Mit Herz
in unseren Herzen „Trägheit“
kommt es
Das Christuskind
Alle Jahre wieder
auf die Welt
Das Dinnerlokal